Ziele der Gesellschaft

Ziel der IGOST ist die Förderung der wissenschaftlichen Erkenntnisse der orthopädischen Schmerztherapie und deren Umsetzung zur qualitativen Betreuung unserer Patienten.

Die Orthopädie stellt hierbei den weitaus grössten Teil der akuten und chronischen Behandlungsfälle des muskulo-skelettalen Systems.

Durch die sich in den letzten Jahren verschärfende Budgetierung aller Leistungen im Gesundheitswesen und durch die stark zunehmende Überalterung unserer Bevölkerung, wird dies unser Gesundheitssystem auf absehbare Zeit zerstören.

Im Jahr 2000 ergibt sich eine Quote von 37% unserer Bevölkerung im Alter über 60 Jahre, schon im Jahr 2035 wird dieser Prozentsatz die Grenze von 67% überschreiten. Jede nicht suffizient durchgeführte Akutbehandlung muskulo-skelettaler Erkrankungen birgt in sich die eminente Gefahr einer Chronifizierung mit den damit verbundenen immensen Kosten und Folgekosten!

Keine der im Gesundheitssystem beteiligten Parteien hat bisher ein umsetzbares Konzept vorgelegt, dieses „Pulverfass" unserer sozia-lökonomischen Struktur zu beheben, wobei andere schmerztherapeutische Gesellschaften ihre Hauptaufgabe darin sehen, schon bereits hochchronifizierte Patienten durch medikamentöse Therapien nach dem WHO-Schema alleine medikamentös zu behandeln.

Hier geht die IGOST neue Wege!

Hauptaufgabe erscheint uns die Früherkennung einer Chronifizierung schon bei der Erstbehandlung. Die durch die IGOST getragene, bundesweite Studie der Universität Heidelberg durch PD Dr. Schiltenwolf wird bis zum Ende des Jahres 2000 durch einen praxisnahen Fragebogen die „red flags" der Chronifizierung aufzeigen und erkennen lassen.

Die Früherkennung erlaubt dem niedergelassenen Orthopäden, als Manager eines integrativen Versorgungssystems das richtige Therapiekonzept primär einzusetzen, um eine drohende Chronifizierung zu vermeiden.

Die körperliche, fachgerechte Untersuchung unter manual-therapeutischer Kenntnis stellt hierbei die Grundvoraussetzung dar; der spärliche differentialdiagnostische Einsatz von technischen Untersuchungsverfahren unter der Vermeidung von Doppeluntersuchungen ist eine weitere Grundvoraussetzung, sowie die Kenntnis und Erfahrungen in der psychso-somatischen Grundversorgung.

Nur ein entsprechendes Management unter Einbeziehung der räumlichen, therapeutischen und personellen Bestandteile eines integrativen Versorgungssystems gewährleisten eine hochqualifizierte Betreuung der Patienten zur bio -psycho -sozialen vollständigen Gesamtgenesung.

Auf diese Weise ist die Behandlung chronischer Schmerzpatienten möglich, dies jedoch dann auch in allen Chronifizierungsstadien; entscheidend ist und bleibt jedoch die Verhinderung einer Chronifizierung schon bei der Primärbehandlung! Diese integrierten Versorgungssysteme, auch unter ambulant-stationärer Zusammenarbeit, könnten damit in der Lage sein, den Kollaps unseres Gesundheitssystems zu verhindern.

Versorgungssysteme dieser Art in den Reihen der IGOST- Mitglieder, haben bereits seit Jahren den Erfolg bewiesen. (siehe z.B. die Versorgungssysteme Ravensburg, Aachen und Staffelstein.)

Dies natürlich unter den Voraussetzungen einer entsprechenden Dokumentation und Qualitätssicherung. Zur Erreichung dieser Ziele fördert die IGOST wissenschaftliche Arbeiten, die die „based medical evident" Erkenntnisse liefern und bestimmt die entsprechenden Ausbildungsziele in der Aus- und Weiterbildung der Orthopädie.

Die IGOST führt eine Reihe von eigenen Aus- und Weiterbildungskursen auf relevanten Gebieten der Schmerztherapie durch.

Unter der Gründung einer orthopädischen Akupunkturakademie postuliert die IGOST die Ausbildungsinhalte und Durchführungsbestimmungen zu einer qualifizierten Schmerzakupunktur gemeinsam mit der anerkanntesten Akupunkturgesellschaft Deutschlands, der DÄGfA.

Unter Überprüfung und fortlaufender Kontrolle zertifiziert die IGOST orthopädische Schmerztherapeuten und orthopädische Schmerztherapie- Einrichtungen interdisziplinärer Struktur.

Die IGOST fördert insbesondere für die Zukunft integrative, ambulant-stationäre Versorgungseinrichtungen nach dem neuen Gesundheitsstrukturgesetz, gegebenenfalls auch über veraltete KV-Strukturen hinaus, zur Verbesserung der Versorgung unserer Patienten.

Die IGOST befürwortet, gemeinsam mit der forschenden Pharmaindustrie, eine Straffung der Weiterbildung in der Schmerztherapie unter Durchführung eines einzigen Deutschen Schmerztherapiekongresses, an dem alle relevanten Schmerztherapiegesellschaften ihre Beiträge vortragen können.

Die IGOST betreibt die Erstellung von Leit- und Richtlinien in der Schmerztherapie in Abstimmung mit allen Schmerztherapiegesellschaften, ohne die individuelle Therapiefreiheit bei den oft schwierigen Behandlungsfällen einzugrenzen und zu beschränken!

Die IGOST bietet an, ihre reichhaltige Erfahrung bei der Behandlung akuter und chronifizierender Erkrankungen des muskulo-skelettalen Systems, sowie die Aus- und Weiterbildungsinhalte, und die langjährigen Erkenntnisse in der praktischen Durchführung intergrativer Versorgungssysteme, auch unter den Erfahrungen der Opioidtherapie bei Nichttumorpatienten, in die zukünftige Landschaft einer adäquaten Schmerztherapie Deutschlands einzubringen.